Chronik der Ereignisse
Chronik der jüngeren Ereignisse um die Stralsunder Straße 10/11 „Straze“
Am 10.09.2009 findet eine öffentliche Darlegung des Finanzierungsmodelles des Vereins für das geplante Kultur- und Bürgerzentrum im Koeppenhaus statt. In Anwesenheit von Wilfried Brzynczek, Kreditberater der GLS-Bank und Walter Hättig, Geschäftsführer der Stiftung Nord-Süd Brücken, wird erläutert, aus welchen Quellen seit April 2009 über 1,5 Mio € für den ersten Sanierungsabschnitt für die Stralsunder Str. 10/11 zur Verfügung stehen. Es wird verdeutlicht, dass der Verein auch unabhängig vom Objekt Stralsunder Str. eine solch zukunftsorientierte Investition für zivilgesellschaftliches Engagement in Greifswald tätigen will. Von Seiten der Stadtverwaltung hat niemand an der Veranstaltung teilgenommen oder mit Interesse an einer nachträglichen Information auf die entstrechende Einladung reagiert.
Mit Schreiben vom 27.07.2009 teilt das Stadtbauamt auf Anfrage des Vereins mit, dass entgegen der öffentlichen Behauptungen Dr. Douglas Fernandos keinerlei Plaunungsunterlagen zur Sanierung der Stralsunder Str. 10/11 vorliegen.
Am 22.07.2009 strahlt der NDR im “Nordmagazin” eine 5-minütige Sendung zu den Geschehnissen rund um die Stralsunder Str. 10/11 aus.
17.07.2009: Dr. Fernando bietet dem Verein an, die Stralsunder Str. 10/11 nach der Sanierung durch das Petruswerk anzumieten. Der Verein bekundet schriftlich sein Interesse, über die Konditionen gemäß dem öffentlich angekündigten Sanierungskonzept des Petruswerks ins Gespräch zu kommen. Dr. Fernando verweist auf fehlende Vorgaben der Stadt. In seiner Antwort verdeutlicht der Verein, dass für eine Anmietung seinerseits bestimmte Voraussetzungen gegeben sein müssten – darunter der Erhalt des Gebäudes in seinem vollen Umfang. Das Petruswerk bricht den Kontakt ab.
Am 16.07.2009 findet die erste Kulturveranstaltung des Vereins (leider nicht in der Straze, sondern im Fremdsprachen- und Medienzentrum) mit dem bekannten WDR-Kabarettisten Jürgen Becker statt. Oberbürgermeister Arthur König ist unter den 120 Gästen. Dr. König stellt in Aussicht, im Fall der Stralsunder Str. nachzuhaken. Auf eine entsprechende E-Mail des Vereins vom 27.07.09, in der an dieses Versprechen erinnert wird, gibt es bislang keine Reaktionen.
18. Kapitel: Es geht weiter
Noch ist das Gebäude in der Stralsunder Straße 10/11 nicht saniert. Den Willen dazu hat das Petruswerk schon einmal bekundet. Schon jetzt knüpft es laut OZ die Sanierung an den Bebauungsplan. Doch bis dieser verabschiedet ist, können noch viele Monate, wenn nicht Jahre vergehen.
17. Kapitel: Verkauft und dann doch nicht verkauft.
Die Gruppe entschließt sich, die Öffentlichkeit über die grundsätzlich positiven Entwicklungen zu informieren, erwähnt allerdings die gegen sie vorgebrachten Anschuldigungen nicht, um die Verhandlungen nicht zu gefährden. Der Artikel mit der Überschrift „Petruswerk verkauft Stralsunder Straße 10“ erscheint am 29.6.09 in der OZ. Am selben Tag erfährt Thomas Schmidt von Frau Merkatz (OZ), dass das Petruswerk bereits einen Brief abgeschickt hat, in dem es von dem Angebot Abstand nimmt. Verantwortungsbewusstsein für die Stadt Greifswald in dem Willen, ein Denkmal zu erhalten sowie Seriosität, so kann man am 30.6.09 in der OZ lesen, seien die Eigenschaften, die Dr. Fernando im Gegensatz zu den Vereinsmitgliedern auszeichnen würden.
16. Kapitel: Die Geschichte mit den Photos
Als Anja Reuhl am 11.6.09 bei Dr. Fernando auf dem Mobiltelefon anruft, um ihm diese Entscheidung auch persönlich mitzuteilen, erwartet sie eine neue Überraschung. Herr Fernando erklärt, er wolle nicht verkaufen, sondern wegen Verleumdung Anzeige erstatten. Dies habe Herr Arenskrieger ihm empfohlen. Hintergrund war folgender: SympathisantInnen der BI hatten Photos von einem sehr großen Loch im Dach der Straze gemacht und an den BI-Sprecher Michael Steiger weitergeleitet. Dieser hatte die Bilder nach der Bürgerschaftssitzung gegenüber Herrn Arenskrieger erwähnt, der Michael Steiger bat, ihm die Bilder zuzuschicken, damit er sie an Herrn Dr. Fernando weiterreichen könne.
Herr Dr. Fernando behauptet nun, die Bilder seien nicht vom Dach der Straze. Außerdem wirft er Anja Reuhl Hausfriedensbruch vor. Sie einigen sich darauf, dass Fernando unter der Prämisse, dass sich die Verdächtigungen als falsch erweisen, dem Verein schriftlich alles mitteilt, was er für eine Verkaufsabwicklung benötigt, wie z.B. einen Bonitätsnachweis. Der Verein entschließt sich, für das weitere Gespräch den Anwalt Herrn Pegel als Mediator hinzu zu ziehen.
Herr Arenskrieger betont in einem Telefonat mit Anja Reuhl am selben Tag, dass er Dr. Fernando von einer Anzeige abgeraten habe. Es sei aber dennoch seltsam, dass das Dach auf den Bildern so frisch abgedeckt aussehe.
15. Kapitel: Ein neuer Deal
9.6.09: Die Vereinsmitglieder Anja Reuhl, York Haase und Katriona Dannenberg passen Herrn Dr. Fernando und seine Mitarbeiterin Frau Schamberg nach ihrem Termin im Rathaus ab und bitten um ein konstruktives Gespräch. Auf dem Flur präsentiert Herr Dr. Fernando aufgebracht seine fertigen Pläne für die Steinbecker Vorstadt und betont, er werde jetzt nach dem OZ- Artikel vom 26.5.09 nicht mehr verkaufen. Doch das Gespräch nimmt eine überraschende Wendung, denn er macht ein neues Angebot, von dem Frau Schamberg sichtlich überrascht ist: Innerhalb von zwei Tagen möchte er eine Zu- oder Absage für sein neues Angebot über 450.000 €. Mit einem Handschlag wird die Abmachung besiegelt. Am 10.6.09 entschließen sich die Vereinsmitglieder, das Angebot anzunehmen, und teilen dies umgehend per Fax mit. Darin bitten sie um das Aufsetzen eines Kaufvertrages.
14. Kapitel: Überraschung in der Bürgerschaftssitzung
Der Verein Kultur- und Initiativenhaus Greifswald spricht vor der Bürgerschaftssitzung am 8.6.09 mit zahlreichen Mitgliedern der Bürgerschaft, um sie dazu zu bewegen, dem Vorentwurf zum Bebauungsplan nicht zuzustimmen. Doch es kommt nicht zu einer Abstimmung. Der Bausenator zieht den Antrag überraschend zurück. Gleichzeitig verteilt er die Stellungnahme des Petruswerks an die Ostseezeitung zu dem Artikel vom 26.5.09, in welcher der Verein aufs Schärfste angegriffen wird.
Am Rande der Bürgerschaftssitzung erfährt der Verein, dass Herr Dr. Fernando am nächsten Tag im Rathaus bei Herrn Arenskrieger sein wird.
13. Kapitel: Zurück in der Öffentlichkeit
Das Haus verfällt zusehends, ein lange gemeldeter Wasserrohrbruch und ein Loch im Dach werden nicht repariert, sondern das Denkmalamt wird im Gegenteil vom Petruswerk dazu aufgefordert, seine Informanten preiszugeben. Von einer mündlich erteilten Betretungsgenehmigung will keiner etwas wissen. Immer wieder wird in das Haus eingebrochen und geklaut und es ist den SympathisantInnen des Hauses zu verdanken, dass Toren und Türen immer wieder verriegelt werden, um das Haus zu schützen und die letzten Schätze zu bewahren.
Der Verein wie auch die BI entschließen sich aufgrund der Stagnation an die Öffentlichkeit zu gehen. In einem Zeitungsbericht vom 26.5.09 wird angeprangert, dass der Bebauungsplan den Erhalt der Straze gefährde. Außerdem wird auf die baulichen Missstände an dem Gebäude Stralsunder Straße 10/11 hingewiesen.
Die OZ veröffentlicht am 29.5.09 die Darstellung des Petruswerks. Demnach dürfte der Verein nach Sanierung des Gebäudes gerne den Saal anmieten. Ein entsprechendes Angebot hat der Verein nie erhalten. Außer dem Saal sieht das Petruswerk Ein-Raum Studentenwohnungen vor.
12. Kapitel: Kein Spiel mit offenen Karten
600.000 € lautet das Verkaufsangebot des Petruswerks an die GmbH vom 09.05.09. Einer Bitte um Begründung dieser Summe wird nicht nachgekommen. Weiterhin kommt der Gruppe über Umwege das Gerücht zu Ohren, die Stadt plane, das Jugendzentrum Klex in der Straze unterzubringen. In der Bürgerschaftssitzung am 25.5.09 stellt Manja Graf an die Verwaltung die Frage, ob die Stadt plane, selbst etwas in der Straze umzusetzen. Dies wird von Herrn Arenskrieger auch auf Nachhaken von Herrn Multhauf ohne Einschränkungen verneint. Zwei Tage später bekommt die Projektgruppe das Protokoll von dem Treffen am 11.3.09 zur Zukunft des Klex (s.o.) zugespielt. In einer Stellungnahme dazu betont Herr Arenskrieger, er würde sich freuen, wenn es dem Verein gelänge, das Haus zu erwerben und zu sanieren.
11. Kapitel: Ein Bebauungsplan für die Steinbecker Vorstadt
Anfang Mai können die LeserInnen der Ostseezeitung entnehmen, dass das Petruswerk Bauvorhaben größeren Umfangs in der Steinbecker Vorstadt vorantreibt. Dies betrifft auch die Flächen, die Gegenstand der Verhandlungen des Vereins sind. Ein vom Stadtbauamt veröffentlichter Vorentwurf eines Bebauungsplanes und die dazugehörigen Erläuterungen weisen die Straze als ein kulturelles Zentrum aus. Der Verein Kultur- und Initiativenhaus als potentieller Käufer und Betreiber des für den Stadtteil und die Stadt wichtigen Gebäudes wird nicht über die Planungen informiert. Gespräche mit Stadtbauamt und Bausenator bringen keine Klärung zum Vorgang um den Bebauungsplan. Es wird aber deutlich, dass dieser Plan zwischen Stadt und Eigentümer genau abgestimmt worden ist. Herr Arenskrieger verspricht erneut, ein Gespräch aller drei Parteien anzuregen.
Auch viele Anwohner sind von den Planungen überrascht. Auf einer Bürgerkonferenz am 28.5.09 tauschen ca. 40 BewohnerInnen der Steinbecker Vorstadt ihre Anregungen und Befürchtungen aus und schreiben im Anschluss viele Einwendungen an das Stadtbauamt.
10. Kapitel: Auf dem (Holz-)weg
Der Verein Kultur und Initiativenhaus Greifswald bereitet im April den Kauf vor. Es wird eine GmbH gegründet, die das Gebäude erwerben soll, die GLS Bank sagt einen Kredit in der Höhe von 1 Mio. € zu, abermals wird in verschiedenen Ausschüssen vorgesprochen.
Ein direkter Kontakt zwischen dem Petruswerk und dem Verein kommt nicht mehr zustande. Die frisch für den Erwerb des Hauses gegründete GmbH entschließt sich zu einem schriftlichen Kaufangebot (04.05.09) über 225.000 € für alle drei im Besitz des Petruswerk befindlichen Flurstücke.
9. Kapitel: Verwirrung. Vielleicht auf allen Seiten.
In den am 19. und 20.3.09 folgenden Telefonaten mit Frau Schamberg und Herrn Arenskrieger schieben die beiden Parteien sich gegenseitig den schwarzen Peter zu: Frau Schamberg, die von Thomas Schmidt überraschend auf einer neuen Nummer erreicht wird, betont, dass sie auf Entscheidungen der Stadt warte. Thomas Schmidt wiederholt das Angebot, dass der Verein bereit und in der Lage sei, alle Flurstücke zu kaufen und stellt klar, dass eine Grundstücksteilung für die Projektgruppe keine Option darstellt. Frau Schamberg verspricht abermals eine schriftliche Betretungsgenehmigung und erteilt diese mündlich. Thomas Schmidt verabredet weiterhin mit Frau Schamberg, dass ein großes Loch in der hinteren Hauswand provisorisch vom Verein repariert wird, wodurch wohl mittlerweile die letzten noch vorhanden gewesenen antiken Flügeltüren geklaut wurden. Sie will das spätere Zumauern in die Wege leiten. (Der erste Teil der Abmachung wurde sofort umgesetzt. Das Provisorium hält bis heute…)
Herr Arenskrieger hingegen spricht davon, dass Dr. Fernando uns die Sanierung nicht zutraue und er stattdessen lieber selbst sanieren wolle, um dann an den Verein als Betreiber zu verpachten. Thomas Schmidt erwähnt bereits hier, dass dies für die Umsetzung des Konzeptes keine ideale Lösung sei. Herr Arenskrieger weist auf die Gebäude der alten Brauerei als mögliche Alternative hin.
8. Kapitel: Getrennte Wege?
Die Gruppe ist optimistisch, die Verhandlungen scheinen gut zu laufen und das Architekturbüro Tangram Planwerkstatt beginnt die Planungen des ersten Bauabschnittes. Der Verein wirbt um Unterstützung und die Stiftung Nord- Süd- Brücken verspricht einen zinsgünstigen Kredit über 300.000 €. Auch die GLS Bank signalisiert Interesse an einer Zusammenarbeit. Diese Informationen erhält Herr Arenskrieger, der am 27.2.09 einen Gesprächstermin mit Dr. Fernando hat. Obwohl der Verein um Teilnahme an dem Gespräch bittet, wird er nicht eingeladen. Herr Arenskrieger sichert zu, die Gruppe im Anschluss über die Ergebnisse zu informieren.
Diese erfährt aus der OZ, dass Herr Thilo Kaiser (Leiter des Stadtbauamtes) es bevorzugen würde, wenn das Petruswerk nicht an den Verein verkaufte.
Am 11.3.09 findet im Rathaus eine Sitzung zur Zukunft des Jugendzentrums Klex mit Herrn Arenskrieger, Herrn Dembski, Herrn Winkler, Herrn Scheer und Herrn Kremer statt, auf der beschlossen wird zu prüfen, ob die Stralsunder Straße 10 ein möglicher Ausweich- Standort für das Klex sein könnte (eines von zwei genannten Objekten.). Zugeschickt bekommen das Protokoll auch Herr Kaiser, Herr Hauk und Frau Tammert. Von diesem Gespräch erfahren die Mitglieder des Vereins erst Wochen später durch einen Zufall.
Mitte März schreibt Thomas Schmidt besorgte Mails an Herrn Arenskrieger und Frau Schamberg, warum die Kommunikation abgerissen sei. Er lädt sie gleichzeitig zu einem von der BI organisierten Vortrag zur Geschichte der Stralsunder Straße 10/11 ein.
7. Kapitel: Das Zeitalter der direkten Kommunikation bricht an
Drei VertreterInnen des Vereins haben Anfang Dezember einen Termin beim Petruswerk in Berlin. Dr. Fernando beteuert, er wolle dem vorgelegten Konzept nicht im Wege stehen.
Zu diesem Zeitpunkt offenbaren sich 3 Optionen: 1. Verkauf aller Flurstücke (Dr. Fernando redet plötzlich von 400.000 €); 2. Grundstücksteilung, damit das Petruswerk im rückwärtigen Bereich ausreichend Platz für einen Neubau hat; 3. Tausch eines Grundstückes mit der Stadt. Der Verein würde in diesem Fall nur das Flurstück von der Stadt kaufen, auf dem sich das Gebäude befindet. Dies ist die präferierte Lösung, und es wird vereinbart, bei der Stadt dafür zu werben.
Schon am 18.12.08 treffen sich Thomas Schmidt und York Haase mit dem Baudezernenten Herrn Arenskrieger. Dieser hat nichts gegen die Idee eines Grundstückstausches einzuwenden, sofern die Gremien zustimmen, möchte mit Herrn Dr. Fernando im Januar darüber reden und bringt zusätzlich die Option ins Spiel, die Stadt könne alle Flurstücke von Dr. Fernando kaufen und uns nur das Grundstück Stralsunder 10/11 wieder verkaufen. Auch Thilo Kaiser (Leiter des Stadtbauamtes) ist bei dem Gespräch anwesend.
Verschiedene Vertreter/innen des Vereins treffen sich daraufhin im Januar 09 mit Behörden und Institutionen der Stadt, um das Konzept bekannter zu machen und für die Idee des Grundstücktausches zu werben.
In Telefongesprächen mit dem Petruswerk (Frau Schamberg) und Herrn Arenskrieger Anfang Februar zeichnet sich ab, dass der Grundstückstausch unwahrscheinlicher wird. Herr Arenskrieger deutet an, dass die Vorstellungen über die Wertigkeiten der Grundstücke unterschiedlich sind. Thomas Schmidt und Frau Schamberg verabreden, dass sofern es bis Ende Februar kein Vorankommen mit der Stadt gibt, eine direkte und schnelle Lösung zwischen den beiden Parteien gefunden werden soll. Als einzig sinnvoll für beide Parteien erscheint der Verkauf des ganzen Areals ohne Teilung. Thomas Schmidt berichtet dem Petruswerk, dass der Verein mit einem Kindergarten als Kooperationspartner für den hinteren Bereich des Geländes im Gespräch ist. Frau Schamberg verspricht eine Betretungsgenehmigung für die weitere Planung und möchte ein Gespräch mit allen Beteiligten initiieren.
Herr Arenskrieger ermuntert die Projektgruppe, in den Ausschüssen für ihr Konzept zu werben, da in der Stadt viel Skepsis diesbezüglich herrsche.
6.Kapitel: Eine neue Option für die Stralsunder Straße 10/11
Nachdem im Mai, Juli und August weitere Personen nach Greifswald gekommen sind, um hier ein Kulturprojekt auf die Beine zu stellen, gründet sich im September 2008 der Verein „Kultur und Initiativenhaus Greifswald“.
Herr Douglas Fernando lässt sich in der OZ mit den Worten „Ich bin kein Immobilienhai“ zitieren und bietet an, das Haus an einen Verein mit einem schlüssigen Konzept abzugeben, wenn auch die Stadt zustimmt. Seine Aussagen gegenüber der OZ variieren zwischen einer kostenlosen Übergabe und Erbpacht bis hin zu einer nur 30- jährigen Pacht. Eine direkte Kommunikation zwischen Verein und Petruswerk gibt es zu diesem Zeitpunkt noch nicht.
Am 2.9.08 bittet der Verein das Petruswerk schriftlich um ein Verkaufsangebot. Ein Mitarbeiter des Petruswerks, Herr Lück, hatte im Vorfeld telefonisch ein Verkaufsinteresse signalisiert. Am 12.9.08 spricht Anja Reuhl vom Verein erstmalig telefonisch mit Dr. Fernando, der ihr ein Kaufangebot über 700.000 € macht. Er sagt deutlich, dass er dem Verein die Sanierung nicht zutraut, macht jedoch ein schriftliches Angebot über 600.000 €, welches alle Grundstücke umfasst, die sich im Besitz des Petruswerks befinden. Der Verein bietet daraufhin am 4.11.08 200.000 € nur für das Flurstück, auf dem sich das Gebäude Stralsunder Straße 10/11 befindet.
Am 10.11.08 stellt der Verein das zuvor erarbeitete Konzept in der Bürgerschaft vor und erhält allseitigen Respekt. Zu einer öffentlichen Projekt- Vorstellung am 19.11.08 erscheint auch Frau Schamberg vom Petruswerk. Sie zeigt sich sehr positiv überrascht und wird am 26.11.08 in der OZ mit den Worten zitiert, dass das Petruswerk unter diesen Umständen einem Verkauf nicht im Wege stehen wolle. Der Verein beginnt in Zusammenarbeit mit dem Architekturbüro Tangram Planwerkstatt die Sanierungsplanungen. Eine Betretungsgenehmigung wird zu diesem Zweck jedoch nicht erteilt.
5. Kapitel: Der Wille der Bürgerschaft
Am 30.6.08 wird dem Bürgermeister ein Kekshaus- Modell der Straze überreicht.
Die Bürgerschaft beschließt nach einem Antrag der Grünen/OK einstimmig, dass die Verwaltung aufgefordert wird, keine Abrissgenehmigung für das Haus zu erteilen. Bausenator Arenskrieger sagt am Rande der Bürgerschaftssitzung zu einem Mitglied der Hausprojekt- Gruppe:
„Die Bürgerschaft kann hier beschließen was Sie will, an mir geht nichts vorbei“.
4. Kapitel: Gegenwehr
Im Falladahaus treffen sich am 29.5.2008 über 20 Bürgerinnen und Bürger zur Gründung der Bürgerinitiative zur Rettung der Stralsunder Straße 10/11 (OZ 3.6.09). Der historische und kulturelle Wert, den das Gebäude für die Stadt und ihre Bürger hatte und immer noch hat, wird immer deutlicher. Die BI fordert, dass Herr Dr. Fernando seine Planungen für die Straze und das Gebiet hinter dem Haus offen legt.
Die BI stellt Infosäulen vor dem Haus auf, behängt es mit einem großen Banner „Denkmal“ und veranstaltet ein Hafenfest. Eine Unterschriftensammlung für die Rettung des Hauses beginnt und schon am 16.7.08 wurden fast 1200 Unterschriften gesammelt. Gleichzeitig recherchieren BI- Mitglieder im Stadtarchiv die lange Geschichte des Hauses und erstellen eine Ausstellung, die beim Hafenfest und beim Tag des offenen Denkmals gezeigt wird und von den Besuchern sehr gelobt wird.
3. Kapitel: Abrissüberraschung?
Am 23.5.2008 wird aus der OZ bekannt, dass Dr. Fernando das Gebäude abreißen lassen will. Eine Sanierung sei nicht finanzierbar. Später (OZ 23.5.09) gibt er an, er brauche für die Sanierung 1,8 Mio. € von der Stadt, die jedoch lieber für etwas anderes ausgegeben werden sollten. Auch der historische Saal sei ein Problem, da er keine Gelder einbringe. Bauamt und Denkmalamt sind informiert.
2. Kapitel: Die Ära des Petruswerks beginnt
Aus einem Artikel der Ostseezeitung (OZ) vom 30.1.08 wird bekannt, dass das Petruswerk das Gebäude und die dahinter liegenden Garagengrundstücke gekauft hat. Der Geschäftsführer Dr. Douglas Fernando kündigt an, mit den Garagenmietern eine gute Lösung zu finden und die Straze zu einem studentischen Begegnungszentrum zu machen.
1. Kapitel: Wie alles anfing
Eine kleine Gruppe Greifswalder aus unterschiedlichen Vereinen sucht seit dem Jahr 2006 gezielt nach Häusern in Greifswald, in denen die Idee eines gemeinschaftlichen Wohnens und Arbeitens umgesetzt werden kann. Ziel ist es ganz konkret, Perspektiven für Menschen zu schaffen, die gerne in Greifswald bleiben möchten, hier in der Stadt etwas bewegen wollen.
Im November 2007 gibt der Pfadfinderbund Mecklenburg Vorpommern ein Angebot zum Kauf des Gebäudes Stralsunder Straße 10/11 (genannt auch „Straze“) ab. Die Sparkasse und der Kanzler der Universität entscheiden sich, das Haus lieber an einen seriösen Investor zu verkaufen.